Vogelspinnen kann man anfassen, sollte man aber nicht, möchte man manchmal aber doch. Jedes Anfassen einer Vogelspinne bedeutet für das Tier Stress. Generell gilt: aggressive Vogelspinnen gehören nicht in die Hände. Das Handhaben (wörtlich gemeint) dieser Spinnen geschieht mit Hilfe einer Heimchendose oder einem vergleichbaren Behälter. Nur sehr erfahrene Spinnenpfleger können solche Tiere mit dem sogenannten Spinnengriff anfassen. Anfänger sollten dies keinesfalls versuchen. Friedliche Vogelspinnen kann man durchaus mal auf die Hand nehmen. Hier muß man aber gucken, wie groß der Stress für die Tiere letztendlich ist. Wie bereits gesagt, es gibt unterschiedliche Charaktere, auch in ein und derselben Art. Wir haben einige Vogelspinnen, die wir problemlos in die Hand nehmen können. Den Spinnengriff benutzen wir aber auch hier so gut wie nie. In der Regel halten wir eine Hand vor das Tier und lenken es mit der anderen Hand vorsichtig drauf, oder wir schieben sehr vorsichtig und langsam die Hand unter die Spinne und heben sie dann auf. Oder wir lenken das Tier zum offenen Terrarienausgang und dort auf die Hand. Klammert die Spinne sich irgendwo fest, beispielsweise am Glas des Terrariums, so kann man versuchen, ganz vorsichtig die Beinchen zu lösen. Klappt das nicht, sollte man aufhören und die Spinne in Ruhe lassen. Auf keinen Fall sollte man sie mit Gewalt wegreißen. Dasselbe gilt auch außerhalb des Terrariums. Niemals ein Tier von Kleidungsstücken losreißen. Klammert sich ein Tier an einem Kleidungsstück fest, vorsichtig mit den Fingern unter den Körper der Vogelspinne greifen und ganz, ganz vorsichtig die Beinchen lösen. Auch sollten Vogelspinnen außerhalb des Terrariums nie auf einen Untergrund gesetzt werden, der für sie unangenehm ist. Vogelspinnen haben so etwas wie kleine Saugnäpfe unter den Füßen. Bei einigen Arten, wie z.B. Baumbewohnern, aber auch bei einigen Bodenbewohnern sind diese sehr gut ausgeprägt. Stoffe, wie beispielsweise Samt sind für diese Tiere äußerst unangenehm. Ganz wichtig: es muß immer darauf geachtet werden, daß die Tiere nicht herunterfallen können. Für eine bodenbewohnende Spinne ist das in der Regel der sichere Tod, da das Abdomen (Hinterleib) aufplatzen kann und die Spinne dann verblutet. Aber auch für Baumbewohner kann ein Herunterfallen gefährlich werden. Denkt daran, die Spinne kann plötzlich loslaufen. Anfänger, die ihr Tier gerne mal in die Hand nehmen möchten, sollte die Spinne erst gar nicht aus dem Terrarium herausheben, sondern die Hand mit der Spinne im Terrarium lassen. Möglichst vorher noch das Terrarium auf den Boden stellen. Aber noch einmal: jedes Anfassen bedeutet für die Spinne Stress. Es gibt zwar einige Spinnen, die so gutmütig sind, daß sie alles mit sich machen lassen. Trotzdem sollte man nicht alles tun, nur weil man es tun kann, auch wenn es verlockend ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn eine Vogelspinne nicht frißt ist das noch kein Anlaß zur Besorgnis. Nicht alle Vogelspinnen fressen so viel, wie sie können. Manche hören einfach auf, wenn sie satt sind und es kann durchaus passieren, daß die Sättigung längere Zeit anhält. Möglicherweise bereitet sich die Spinne auch gerade auf eine Häutung vor. Manche Vogelspinnen fressen dann monatelang nichts, bis sie sich häuten. Andere stellen nur für ein paar Wochen das Fressen ein. Einer unserer Spinnenfreunde hat eine Aphonopelma Seemanni, die über ein Jahr nichts gefressen hat bevor sie sich häutete. Einige Grammostola-Arten fressen manchmal monatelang nicht und fangen dann doch plötzlich wieder damit an.

Natürlich kann der Mangel an Appetit auch weniger harmlose Gründe haben. Es kann sein, dass die Spinne falsch gehalten wird, vielleicht zu naß oder auch zu trocken, zu kalt oder zu warm. Fehlende Wärme ist häufig ein Grund für mangelnden Appetit. Vielleicht fehlt auch Licht. Hier gilt es Informationen einzuholen und auszuprobieren, ob sich unter veränderten Haltungsbedingungen das Freßverhalten der Vogelspinne wieder ändert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider können Vogelspinnen auch krank werden. Die Erforschung der Krankheiten von Vogelspinnen steckt aber noch in den Kinderschuhen. Wenn eine Vogelspinne wirklich mal krank wird ist meistens falsche Haltung schuld. Bei Wildfängen gibt es noch die Möglichkeit des Parasitenbefalls. Ein Hinweis auf Parasitenbefall ist gegeben, wenn Deine Vogelspinne normal frißt, das Abdomen (Hinterleib) aber trotzdem immer dünner wird. Jedoch wie gesagt: Parasitenbefall kann nur bei Wildfängen vorkommen. Falsche Haltung und Verletzungen sind für Vogelspinnen viel gefährlicher als echte Krankheiten. Verletzungen des Hinterleibs führen zum Tod. Auch bei einer Häutung kann es passieren, daß ein Tier den sehr anstrengenden Häutungsprozess nicht verkraftet und während oder kurz nach der Häutung verendet. Zum Glück geschieht das eher selten. Das gleiche gilt für Häutungsunfälle, d.h. ein Bein oder ein Beinglied kommt nicht vollständig aus der alten Haut und wird im günstigsten Fall von der Spinne abgeworfen. Eine Spinne, der ein Bein oder ein Beinglied fehlt, ist dadurch zum Glück kaum behindert. Bei der nächsten Häutung wächst dieses eh wieder nach. Das neue Bein oder Beinglied wird dann zwar nicht so kräftig sein, wie die anderen, aber auch das gibt sich spätestens nach einer weiteren Häutung.

Auch Spinnen, die einen kahlen Fleck am Hinterleib haben oder dort sogar ein Glatze, sind nicht krank, sondern haben nur bombardiert, d.h. ihre Brennhaare abgeschabt. Auch das gibt sich bei der nächsten Häutung. Vogelspinnen, deren Abdomen klein ist und zudem noch faltig bis etwas verschrumpelt aussieht, leiden meist unter Futtermangel und Austrocknung. Hier ist jedoch noch nicht alles verloren. Man kann das Tier in ein Schälchen mit etwas lauwarmem Wasser setzten, so daß der Haut des Abdomens auf diese Art viel Feuchtigkeit auf einmal zugeführt wird. Außerdem sollte man jetzt rasch für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen und der Spinne genügend Futter anbieten und dies alles so lange beibehalten, bis das Abdomen wieder normal aussieht. Bitte nie die Vogelspinnen mit Wasser ansprühen oder gar begießen. Das nützt erstens nicht viel bei Austrocknung und für die Vogelspinne ist das sehr unangenehm.

Schimmelpilze können manchmal den Körper der Vogelspinne befallen. Dies geschieht jedoch nur, wenn sich Schimmel im Terrarium befindet, beispielsweise durch schimmelnde Futterreste oder nicht gefressene, verendete Futtertiere. Diese sollten daher immer so schnell wie möglich wieder aus dem Terrarium entfernt werden. Es dauert zwar lange, bis sich so ein Schimmel mal auf dem Körper einer Vogelspinne festsetzt und auch hier ist das Problem meist mit der nächsten Häutung beseitigt, aber man sollte es erst gar nicht so weit kommen lassen. Ein Spinnenpfleger, der so lange verschimmelte Reste im Terrarium läßt, bis sie sich am Körper der Vogelspinne festsetzen, gibt ein ziemlich mieses Zeugnis von sich selbst. Daher: weg mit schimmelverdächtigen Resten.

Manchmal werden Vogelspinnen von Milbenbefallen. Es ist nicht ganz geklärt, ob es notwendig ist diese zu entfernen. Solche Milben, die meistens in der Gegend der Beißwerkzeuge der Spinnen auftreten, gehen möglicherweise eine Symbiose mit den Tieren ein. So kann es sein, daß sie die Beißwekzeuge reinigen, indem sie mikroskopisch kleine Futterreste im Bereich der Beißwerkzeuge fressen. Die Sache ist jedoch nicht völlig geklärt. Das Gleiche gilt möglicherweise für bestimmte Fliegenarten. Aber auch hier wird noch geforscht. Ein Grund zur Panik besteht jedenfalls nicht. Trotzdem sollte man Terrarien mit Tieren, die solche "Mitesser" aufweisen von den anderen möglichst getrennt halten und bei der Versorgung darauf achten, daß man nicht zum Überträger der "Mitesser-Larven" wird. Also: entweder eine Spinne mit Untermietern immer zuletzt versorgen oder aber nach dem Versorgen dieser Spinne wenigstens die Hände inklusive Unterarme waschen. Wenn der Milbenbefall allerdings Überhand nimmt und die Milben beginnen, sich über den ganzen Körper der Vogelspinne auszubreiten, ist das Entfernen ein Muss. Es gibt verschiedene Methoden, dies zu tun. So kann man die Spinne in einen entsprechenden Behälter setzen und versuchen, die Milben mit einem kleinen Pinsel abzustreifen. Nach Möglichkeit sollte zum Entfernen von Milben ein erfahrener Spinnenpfleger zu Rate gezogen werden.

Tritt bei einer Spinne Flüssigkeit aus den Gliedmaßen aus, so ist das ein absolutes Alarmzeichen.

Insektengifte gehören nicht in die Nähe von Vogelspinnen. Insektensprays u.ä. sollten daher in einem Vogelspinnenhaushalt nicht eingesetzt werden, auch nicht in anderen Räumen. Es gibt schliesslich auch ungiftige Methoden, mit lästigen Fliegen, Mücken, etc. fertig zu werden. Für Vogelspinnen gefährliche Substanzen können sich auch in gedüngter Blumenerde befinden. Für den Bodengrund eines Vogelspinnenterrariums sollte daher garantiert ungedüngte Blumenerde oder spezielle Terrarienerde genommen werden. Neu gekaufte Pflanzen sollten vor dem Einsetzen ins Terrarium aus dem Blumentopf, in dem sie gekauft wurden, entfernt und mehrfach gründlich abgespült werden. Wer die Pflanzen mit Topf ins Terrarium setzen will, sollte sie in einen gut ausgespülten Blumentopf mit ungedüngter Blumenerde oder Terrarienerde pflanzen.

Vogelspinnen, die verenden, erkennt man in der Regel daran, daß sie die Beine unter dem Körper zusammenziehen. Einer Vogelspinne, die so da liegt, ist nicht mehr zu helfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einer der großen Vorteile, die Vogelspinnen als Haustiere bieten, ist, dass man sie in Ausnahmefällen auch mal für eine etwas längere Zeit allein lassen kann. Dabei bedeutet "eine etwas längere Zeit" ca. 2 Wochen, maximal 3 Wochen. Sie sollten vorher noch einmal sehr gut mit Futter und frischem Wasser versorgt werden. Achte dabei aber auf Tiere, die möglicherweise kurz vor einer Häutung stehen. Lebende Futtertiere können der Spinne bei einer Häutung gefährlich werden. In so einem Fall nur viel frisches Wasser geben. Die Wärmezufuhr kann mit einer Zeitschaltuhr geregelt werden, so dass die Tiere auch wenn Du im Urlaub bist, nicht auf Wärme und Licht verzichten müssen. Bei einer Abwesenheit von mehr als 3 Wochen sollte jedoch unbedingt jemand gesucht werden, der die Tiere zwischendurch mal versorgt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alles, was eine Vogelspinne verletzen kann, gehört nicht ins Terrarium. Dazu gehört alles, was Spitzen besitzt, wie bespielsweise Kakteen. Alle Pflanzen, bei denen der Verdacht besteht, daß auf ihnen Reste von irgendwelchen chemischen Stoffen lagern (insbesondere Insektizide, aber auch Kunstdünger), gehören ebenfalls nicht ins Terrarium. Pflanzen, die im Handel gekauft werden, sind fast immer mit solchen Stoffen behandelt worden. Daher: neu gekaufte Pflanzen erst mal mehrfach gründlich abduschen und in ungedüngte Blumenerde umsetzen. Mit selbst nachgezogenen Pflanzen, die frei von solchen Stoffen sind, ist man dagegen auf der sicheren Seite. Scindapsus-Arten, Grünlilien und Ficus-Arten eignen sich recht gut und bringen viele Ableger, die sich dann problemlos ins Terrarium setzen lassen. Diese Pflanzen hat auch fast jeder zu Hause.

Vorsicht bitte auch vor Vogelsand. Dieser stark quarzhaltige Sand ist für Vogelspinnen absolut nicht geeignet. Moos oder Äste aus der Natur können zwar verwendet werden, sollten aber vorher gründlich abgeduscht werden, möglichst mit warmem Wasser. Dasselbe gilt für selbst gesammelte Steine. Diese können gut verwendet werden, um beispielsweise Äste zusätzlich abzustützen oder auch einfach nur als Schmuck. Immer aber erst gut abduschen. Heißes Wasser ist am Besten. Ganz sicher geht man, wenn man Steine ca. 10 Minuten in Salzwasser kocht. Danach aber noch mehrmals gut warm abduschen. Auch Einrichtungsgegenstände, die in Zoohandlungen oder auf Börsen gekauft werden, sollten vor dem Einsetzen ins Terrarium erst einmal abgeduscht werden. Sicher ist sicher.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jeder, der gegen Insektengift allergisch ist, sollte sich keine Vogelspinne anschaffen. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit, von einer Vogelspinne gebissen zu werden, sehr gering und bei zusätzlichen entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen ist es natürlich noch unwahrscheinlicher, daß man einmal gebissen wird. Trotzdem: bei einer festgestellten Insektengiftallergie sollte man keine Vogelspinnen pflegen. Auch wer mit Menschen in einer Wohnung lebt, die unter einer solchen Allergie leiden, oder sich vor den Tieren ekeln, sollte hier Rücksicht nehmen und auf eine Vogelspinne verzichten. Kleine Kinder sind dagegen kein Problem, vorausgesetzt natürlich, sie sind nicht allergisch und fürchten sich nicht vor den Tieren. Für Indio-Kinder in Südamerika sind Vogelspinnen sogar beliebte Spieltiere. Allerdings haben diese Kinder auch ein ganz anderes Verhältnis zur Natur als in der sogenannten Zivilisation aufwachsende Kinder. Auf gar keinen Fall sollte man daher auf den Gedanken kommen, eine Vogelspinne einem Kind zum Spielen zu geben. Im Gegenteil: sind Kinder im Haus ist es sehr ratsam, die Vogelspinnenterrarien mit entsprechenden Schlössern, die man in Zoohandlungen erhält, zu sichern und die Schlüssel für Kinder unzugänglich aufzubewahren. Dies dient sowohl zum Schutz der Vogelspinne, als auch zum Schutz der Kinder. Selbst die friedlichste Vogelspinne kann es nämlich gründlich mißverstehen, wenn sie in Kinderhänden gequetscht wird oder an ihren Beinchen gezogen wird und ähnliches mehr. Der Versuch eine Vogelspinne durch Werfen in die Luft zum Fliegen zu bewegen bedeutet höchst wahrscheinlich den Tod der Spinne. Ab einem gewissen Alter können dann aber auch Kinder Vogelspinnen pflegen. Wir kennen einen Zwölfjährigen, der Erwachsenen in der Spinnenpflege in nichts nachsteht. Aber immer gilt: alle Familienmitglieder müssen damit einverstanden sein. Zum Schluß noch ein paar Worte in eine andere Richtung: Vogelspinnen sind Lebewesen. Sie sind keine reinen Sammelobjekte und sollten auch nicht nur und ausschließlich als wisschenschaftliche Studienobjekte gehalten werden. Das Erforschen des Verhaltens von Vogelspinnen ist nicht nur überaus interessant (für stressgeplagte Mitmenschen kann die Beobachtung von Vogelspinnen sogar eine regelrecht ausgleichende Wirkung haben), es erfordert auch etwas Einfühlungsvermögen in die Tiere und das geht nur, wenn sie mehr sind, als ein reines Studienobjekt. Vogelspinnen sind auch keine gefährlichen Tiere. Wer eine Mischung aus sibirischem Tiger und Königskobra sucht, ist hier falsch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Immer wieder hört man, daß Vogelspinnen nicht viel Platz benötigen. Das ist zwar nicht unbedingt falsch, verführt aber häufig dazu, ihnen ein eher kleineres Terrarium anzubieten. Generell gilt: die Terrariumgrösse sollte der Grösse der Vogelspinne angepaßt sein. Ihr Unterschlupf und Wassernapf muß Platz haben, ein paar Pflanzen sollten nicht fehlen, vielleicht noch ein Wurzelstück und für das Tier selbst muss genügend Raum für kleinere Spaziergänge sein.

Manchmal wird gesagt, daß Vogelspinnen in einem zu großen Terrarium Schwierigkeiten mit dem Beutefang haben. Unserer Erfahrung nach stimmt das aber nicht. Lediglich bei Spiderlingen (Vogelspinnenbabys) kann das in äusserst seltenen Fällen vorkommen, wenn die "Kinderstube" um sehr Vieles zu gross ist, also der Grösse der Spinne eben nicht angepasst ist.

Vogelspinnen sind sogenannte Lauerjäger, d.h. sie warten gerne bis die Beute vorbeikommt, um sie dann blitzschnell zu fangen. Es ist aber durchaus nicht so, dass sie nur auf diese eine Art und Weise Beute fangen. Da könnten sie in der Natur manchmal lange warten. Sie gehen durchaus auch selbst auf Jagd und eine Vogelspinne kennt ihr Terrarium immer ganz genau, auch wenn es sich um ein großes Terrarium handelt. Das Terrarium Natur kennt schließlich auch keine Größeneinschränkungen.