Grammostola alticeps

Bodenbewohner

Verbreitungsgebiet: Grenzgebiet zwischen Brasilien und Uruguay

Grammostola alticeps soll ziemlich groß werden: Körperlänge bis zu 8 cm. Ihre Farbe ist überwiegend schwarz-braun. An der Unterseite befinden sich hellere, orange wirkende Haare. Die Tiere sind friedlich und neugierig. Unser noch nicht ganz ausgewachsenes Weibchen kommt sofort angelaufen, wenn sich im Terrarium irgend etwas tut. Sie zeigt aber niemals irgend ein Angriffsverhalten. Es sieht immer so aus, als wollte sie nur nachsehen, was los ist. Die Tiere scheinen keine Vielfresser zu sein. Sie sind überwiegend nacht- manchmal aber auch tagaktiv. Leider werden sie nur selten angeboten.

 

 

 

 

 

 

Grammostola grossa
Grammostola pulchripes
Grammostola mollicoma

Bodenbewohner

Verbreitungsgebiet: Brasilien

Hier gibt es so einiges an Verwirrung bei der Artenbezeichnung. In der Regel herrscht die Meinung vor, daß Grammostola pulchripes als identisch mit Tapinauchenius grossa erkannt wurde und die beiden Arten daher zu Grammostola grossa zusammengeführt wurden. Seit ca. 2 Jahren gilt daher Grammostola grossa als gültige Bezeichnung für Grammostola pulchripes. Grammostola mollicoma galt als eigene und seltene Art. Wie uns jetzt aber von H.W. Auer, der sich auf Platnick bezieht, mitgeteilt wurde, entspricht das wohl nicht ganz den Tatsachen. Demnach ist Grammostola pulchripes ein ungültiges Synonym für Grammostola mollicoma (!). Desweiteren soll Dr. Günter Schmidt Anfang der 90iger Jahre die Art Tapinauchenius grossa genau untersucht und dabei festgestellt haben, daß es sich bei Tapinauchenius grossa eigentlich um eine Grammostola-Art handelt, die er als identisch mit Grammostola pulchripes erkannte. So kam die Bezeichnung Grammostola grossa zustande. Grammostola pulchripes wurde also wohl längere Zeit fälschlicherweise als Bezeichnung für Grammostola mollicoma benutzt. Die eigentliche Grammostola pulchripes ist inzwischen als identisch mit Tapinauchenius grossa erkannt und daher in Grammostola grossa umbenannt worden. Dadurch fällt die Bezeichnung Grammostola pulchripes ganz weg. Es ist zu befürchten, daß aufgrund mangelnder Information und daraus entstandener falscher Artenbezeichnung bereits unbeabsichtigt Hybriden dieser beiden Arten (Grammostola mollicoma und Grammostola grossa) enstanden sind. Unbeabsichtigt falsche Bezeichnungen der Tiere würde auch erklären, warum immer wieder unterschiedliche Aussagen über das Verhalten von Grammostola grossa gemacht werden. Die Aussagen reichen von ganz schön aggressiv bis absolut friedlich (bei gleichen Haltungsbedingungen). Andererseits ist natürlich auch bekannt, daß sich Tiere ein und derselben Art ganz unterschiedlich verhalten können. Wir selbst haben unseren ersten Spiderling dieser Art(en) 1998 bekommen. Das Tierchen wurde uns damals als Grammostola pulchripes verkauft. Es hat sich als eher aggressiv erwiesen. Spiderlinge, die wir später unter der Bezeichnung Grammostola grossa bekommen haben, sahen etwas anders aus, als unser erster Spiderling der (angeblich) selben Art. Das hat uns schon gewundert. Die Tiere haben sich beim Heranwachsen als friedlicher erwiesen, als unser Erst-Spiderling. Vor ca. 1 1/2 Jahren haben wir dann ein (angebliches) Mollicoma-Jungtier bekommen, das sich inzwischen als Grossa-Männchen erwiesen hat. Er ist relativ friedlich. Bei Belästigung flieht er. Die beiden Fotos zeigen ein subadultes Grammostola-mollicoma-Weibchen. Es handelt sich jeweils um dasselbe Tier, jedoch bei unterschiedlichem Lichteinfall fotografiert. Dieses Tier ist absolut friedlich und kommt leicht auf die Hand.

Insgesamt gesehen deutet einiges darauf hin, daß die obige "Geschichte" stimmt. Daher Augen auf beim Grossa-Kauf. Besonders apart ist in diesem Zusammenhang, daß immer mal wieder (wenn auch recht selten) Spiderlinge als "echte" Mollicoma-Spiderlinge zu horrenden Preisen angeboten werden. Den absoluten Rekord hält ein Angebot, das wir auf einer Börse gesehen haben: DM 130,- (!!!) für einen einzigen angeblichen Mollicoma-Spiderling.

 

 

 

 

 

 

Grammostola iheringi

Bodenbewohner

Verbreitungsgebiet: Süden Brasiliens

Dies ist bestimmt eine der schönsten Grammostola-Arten. Die Farbe der Beine ist rauchgrau mit langen Haaren, die an den Spitzen hell sind. Die Behaarung auf dem Abdomen ist rot. Die Beine wirken, im Vergleich mit anderen Grammostola-Arten ziemlich lang, auch bei den Weibchen. Die Art wird mittelgroß. Unser subadultes Weibchen ist friedlich, aktiv und verfressen. Nur vor einer Häutung ziehen sich die Tiere für längere Zeit ganz in ihre Höhle zurück. Grammostola iheringi ist eher selten erhältlich. Dieses schöne Foto haben wir von Isabel erhalten.

 

 

 

 

 

 

Grammostola pulchra

Bodenbewohner

Verbreitungsgebiet: Süden Brasiliens und Norden Uruguays

Das lateinische Wort "pulcher" bedeutet "schön" und schön sind diese Vogelspinnen mit ihrer tief-schwarzen Farbe, die unter bestimmtem Lichteinfall fast blau-schwarz wirkt, wie man auf dem Bild rechts gut sehen kann. Die Tiere werden mittelgroß und sind friedlich. Vom Verhalten her ähneln sie Grammostola rosea, sind aber aktiver als diese. Unser Weibchen ist außerdem ziemlich verfressen. Sie ist die meiste Zeit außerhalb ihres Unterschlupfes zu sehen. Sie liebt es mehr trocken, als feucht. Grammostola pulchra wird leider nicht allzu häufig angeboten. Das Bild rechts oben zeigt ein subadultes Weibchen und das Bild unten ein adultes Weibchen.

 

 

 

 

 

 

Grammostola rosea

Bodenbewohner

Verbreitungsgebiet: Chile, Argentinien, Bolivien, Peru

Es gibt drei Grammostola-Arten, die sich sehr ähnlich sind: Grammostola rosea, Grammostola cala und Grammostola spatulata. Vor einiger Zeit wurden diese Tiere zeitweise unter dem Namen Grammostola cala zusammengefasst. Das hat sich inzwischen wieder geändert. Angeblich ist Grammostola cala nie eine eigene Art gewesen, sondern ist identisch mit Grammostola spatulata. Diese wiederum wurde jetzt als identisch mit Grammostola rosea erkannt. Da es Grammostola cala als eigenständige Art wahrscheinlich nie gegeben hat, ist dieser Name ganz gestrichen worden. Die gültige Bezeichnung für alle Tiere, die früher als Grammostola spatulata, cala oder rosea geführt wurden ist jetzt Grammostola rosea. Die Tiere können in beiden Geschlechtern tief kupferfarben bis blass kupferfarben gefärbt sein. Alle haben eine metallisch-rosa Schimmer auf dem Carapax.

Es handelt sich um eine friedliche, mittelgroß werdende Art, die leicht zu pflegen ist. Insbesondere die tief kupferfarbene Variante sieht zudem sehr schön aus. Die Tiere sind nacht- und teilweise auch tagaktiv und fast nur außerhalb ihres Unterschlupfes zu sehen, wobei sie meistens auf der Korkrinde ihres Unterschlupfes sitzt. Berichten, wonach diese Spinne langweilig ist und nur selten frißt, können wir nicht beistimmen. Unser Tier frißt regelmäßig und sitzt auch nicht von morgens bis abends auf dem selben Fleck. Beim Öffnen des Terrariums und bei Arbeiten im Terrarium läuft sie meist erstmal in Richtung der Störung, dann aber meist auch gleich wieder weg, oder sie bleibt einfach sitzen und wartet ab. Wenn man sie auf die Hand nehmen will, passiert in etwa dasselbe: kurz auf die Hand zulaufen, umdrehen und wieder weglaufen. Dann läßt sie sich aber meist problemlos auf die Hand lenken. Aber auch hier gilt: häufiges Anfassen bedeutet die Friedfertigkeit des Tieres ausnutzen und für die Spinne bedeutet es Stress. Sie sollte mehr trocken als feucht gehalten werden. In der Regel langt es, die Pflanzen im Terrarium regelmäßig zu gießen. Grammostola rosea braucht auch Tageslicht, keinesfalls aber direkte Sonneneinstrahlung. Ideale Anfängerspinne.

Die beiden Bilder oben zeigen die "Ur-Rosea", also die tief kupferfarbene Variante. Das Bild links zeigt ein Tier der helleren Variante, die früher als Grammostola spatulata bezeichnet wurde. Dieses Foto wurde uns von Marcus Hummler zur Verfügung gestellt.